Warum kein Fallentyp allein ausreicht. Und was das für Biodiversitätsmonitoring bedeutet
Eine neue Studie aus Kanada liefert einen der klarsten empirischen Belege für etwas, das in der Praxis oft unterschätzt wird:
Wer Arthropodenvielfalt erfassen will, kommt mit einer einzigen Sammelmethode nicht weit.
Steinke et al. (2026), erschienen im Canadian Entomologist, haben sechs weit verbreitete Sammelmethoden – Malaise-Falle, Flugunterbrechungsfalle, Gelbschale, Bodenfalle, Berlese-Trichter und Kescher – an 13 Standorten in kanadischen Nationalparks systematisch verglichen. Alle Proben wurden per DNA Barcoding ausgewertet. Das Ergebnis ist eindeutig: Rund 55 Prozent der nachgewiesenen Arten wurden ausschließlich mit einer einzigen Methode erfasst. Nur 0,3 Prozent aller BINs tauchten in den Fängen aller sechs Methoden gleichzeitig auf.
Die Malaise-Falle schnitt insgesamt am besten ab, lieferte aber dennoch weniger als die Hälfte der gesamten Artenvielfalt. Die Kombination aus Malaise-Falle und Kescher erfasste gemeinsam 57 Prozent der Gesamtdiversität und wird von den Autorinnen und Autoren als pragmatische Minimalstrategie für Studien mit eingeschränkten Ressourcen empfohlen.
Was die Studie so wertvoll macht: Sie quantifiziert nicht nur, was intuitiv plausibel erscheint. Sie zeigt, dass die Artengemeinschaften der einzelnen Methoden einander stark unähnlich sind. Jede Methode öffnet ein anderes Fenster auf dieselbe Lebensgemeinschaft.
Vollständige Bilder entstehen nicht durch eine einzige Perspektive
Für DNA-basiertes Biodiversitätsmonitoring bedeutet das: Methoden- und Probenvielfalt sind keine optionale Erweiterung, sondern Voraussetzung für ein belastbares Bild der biologischen Vielfalt an einem Standort.
Bei AIM.science ist das seit mehr als zehn Jahren Praxis. In über 1.500 Projekten und mit mehr als 120.000 analysierten Proben haben wir gelernt, dass gutes Monitoring lange vor der ersten Laboranalyse beginnt. Die entscheidenden Fragen sind: Welche Probentypen sind für die Fragestellung geeignet? Welche Lebensräume und Taxa sollen erfasst werden? Wie muss das Studiendesign aufgebaut sein, damit die Ergebnisse vergleichbar und belastbar sind?
Genau hier setzen wir an. Gemeinsam mit unseren Kunden und Projektpartnern.
Was wir analysieren
AIM.science arbeitet mit einem breiten Spektrum an Probentypen. Insektenfallen und Malaise-Fallen sind ein Teil davon. Dazu kommen Bodenproben, Wasserproben, Pollenproben, Kotproben, Darminhalte, Zellproben und weitere Umweltproben, je nach Fragestellung und Lebensraum.
Daraus entstehen Artenlisten, Nachweismatrizen, Vergleiche über Standorte und Zeiträume sowie ökologische Einordnungen. Die Anwendungsfelder reichen von Naturschutz und Umweltmonitoring über Landwirtschaft, Weinbau und Forstwirtschaft bis zu Forschungsprojekten, Renaturierungskontrollen und Nachhaltigkeitsreporting für Unternehmen.
Was sich verändert, ist die Fragestellung. Was gleich bleibt, ist der Anspruch: Biodiversitätsdaten, die wirklich etwas aussagen.
Interesse geweckt?
Wenn Sie ein Monitoring planen oder eine Fragestellung haben, bei der DNA-basierte Methoden helfen könnten, sprechen Sie mit uns! Jérôme Morinière, einer der Gründer und Geschäftsführer von AIM.science, nimmt sich 30 Minuten für ein erstes Gespräch.
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